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Seltene Fülle im vollen Rathaus-Saal beim Gastmahl als Höhepunkt des 17.Abrahamsfestes Marl

 

 

Religiöser Hass hat hier keinen Platz

MARL. Gestern Abend endete das 17. Abrahamsfest mit dem Gastmahl. Seit September fanden Veranstaltungen statt, die Toleranz zwischen Christen,Muslimen und Juden fördern sollten - in diesen Zeiten wichtiger denn dje. Bilder brennender Israelflaggen gingen in diesen Tagen durch die Medien.Nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, Jerusalem alsHauptstadt Israels anzuerkennen, protestieren Palästinenser. Ihr Zornrichtet sich vor allem gegen Juden - auch in Deutschland.Das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen ist nach zahlreichenTerrorattacken ebenfalls belastet. In diesen bewegten Zeiten endetegestern Abend das 17. Abrahamsfest, das Christen, Muslime und Juden derchristlich-islamischen Arbeitsgemeinschaft Marl (CIAG) zusammenorganisierten. "Jeder hat seine eigene Auffassung über die derzeitigepolitische Lage.

 

 

Aber wir lassen uns von der Politik nicht auseinanderbringen. Wir kennen uns seit Jahren", sagt Hartmut Dreier, der zumOrganisationsteam des Abrahamsfests gehört.Die Spannungen hatten laut Dreier auch keinen Einfluss auf dieVeranstaltungen: "Es sind nicht mehr Muslime oder weniger Christengekommen. Uns ist es wichtig, ein positives Klima zu erzeugen." DieBesucherzahlen seien auch nicht eingebrochen.Rund 30 Veranstaltungen des Abrahamsfestes drehten sich um das ThemaUmbrüche, Aufbrüche. "Ich bin sehr zufrieden mit dem diesjährigenAbrahamsfest. Die Kooperationen mit den Schulen, Jugendzentren undemeinden war super", sagt Hartmut Dreier. Durch Lehrer derMartin-Luther-King-Schule entstand sogar ein neues Format. Jugendlichehaben Jugendlichen ihre Gotteshäuser näher gebracht: "Weil das aufAugenhöhe geschah, hatten diese Besuche eine andere Wirkung. "Mit dem Gastmahl endete Dienstagabend das Fest. Rund 300 Gäste schautensich das Programm an. Zu Beginn begeisterte ein Derwisch die Zuschauer.Langsam schritt der muslimische Mystiker an der vorderen Zuschauerreihevorbei und verbeugte sich, bevor er sich zur Musik um die eigene Achsedrehte. Es folgten kasachische Tänze, Gesangseinlagen vom Chor derjüdischen Kulturgemeinde Recklinghausen, islamische Gesänge und vielesmehr. esm-Pfarrer Roland Wanke betonte: "Das Programm unterstreicht nochmal, das wir voneinander lernen können."

 Text und Foto: Medienhaus Bauer/Marler Zeitung (Sasche Kappel)